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Polar Routen e.V.
Internationale Vereinigung für
Wandern und Naturschutz in Grönland
 
 
Amitsorsuaq, vom Kanuzentrum aus gesehen
 
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Wie lange wird es die Polar-Route noch geben?

Leider ist die Zukunft dieses Wanderweges nicht so sicher und hat vielen Wanderern Sorgen bereitet. Das gilt nicht nur für die im letzten Absatz geschilderten Probleme mit der gewachsenen Zahl von Wanderern. Seither ist ein größeres Problem dazugekommen. 2015 wurde – in Abwandlung früherer Pläne zum Bau einer Autostraße zwischen Sisimiut und Kangerlussuaq – beschlossen, eine Straße für Geländefahrzeuge oder Quads, in Grönland "ATV" (= All Terrain Vehicle) genannt, zu bauen. Sie soll das Kernstück eines wirtschaftlichen Entwicklungsplans bilden, zu dem wir hier aus verschiedenen Quellen Angaben auf einer Skizze zusammengefasst haben.. Die Pläne reichen von einem Massentransport von Kreuzfahrttouristen ("In total 8.000-10.000 cruisers per season distributed over 40 port-of-calls.", Quelle: Igloo Mountain ApS) an attraktive Plätze im angestrebten UNESCO-Welterbeareal bis zum Autotestgelände einer bekannten schwedischen Firma. Das ist nicht alles, das sind nur einige Beispiele; mehr können Sie hier nachlesen.
Als die Wanderer auf der Polar-Route über diese Pläne informiert wurden, reagierten sie durchweg mit Bestürzung. Ihre Besorgnisse wurden in einem dreisprachigen (dänisch, englisch, deutsch) Memorandum zusammengefasst, das 2016/17 dreihundert Wanderer in Grönland unterzeichnet haben und das der Kommune Qeqqata vorliegt. Eine Antwort der Kommune steht bis heute aus.
Die Situation erschien nochmals in verändertem Licht, als Anfang 2017 beantragt wurde, ein bestimmtes Gebiet in dieser Region als einzigartige Kulturlandschaft in die Welterbeliste der UNESCO eintragen zu lassen. Es handelt sich um einen kleineren Teil eines 2003 auf Empfehlung des Nordischen Ministerrates in die vorläufige (tentative) Welterbeliste eingetragenen Gebietes. Eine Kartenskizze dazu ist hier aufrufbar. Von einem Vertreter der Gemeinde wurde dazu erklärt, dass man keinen Widerspruch zwischen dem Antrag an die UNESCO und dem Straßenbauprojekt sehe; sollte jedoch die UNESCO dies anders sehen, dann werde es keine Eintragung in die Welterbeliste geben; an dem Straßenbauprojekt jedoch wolle die Gemeinde festhalten.
Da unser Verein diese Haltung bedauert und diese Sicht nicht teilt, hat der Verein das von 300 Wanderern unterschriebene Memorandum als ein Mandat interpretiert, sich mit einer umfassenden Eingabe (1.) an die dänische Regierung, die Grönland gegenüber der UNESCO vertritt, (2.) an den Ministerpräsidenten Grönlands, der auch Umwelt- und Naturschutzminister ist, sowie an das Parlament Grönlands und (3.) an die UNESCO selbst, die in diesem Jahr über den Antrag auf Aufnahme in die Welterbeliste entscheiden will, zu wenden.
Diese Eingabe wurde im Februar an die drei Adressaten abgeschickt. Außer einigen Eingangsbestätigungen im Februar 2018 haben wir keine Antwort erhalten.
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