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Polar Routen e.V.
Internationale Vereinigung für
Wandern und Naturschutz in Grönland
 
 
Amitsorsuaq, vom Kanuzentrum aus gesehen
 
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Den Weg erhalten - eine kommerzielle Lösung?

Im Prinzip kann man zwei unterschiedliche Ansätze für ein solches Trailmanagement unterscheiden, die natürlich beide auch etwas mit der Finanzierung zu tun haben, was in einem Land wie Grönland mit großer Fläche von mehr als 2 Millionen km² und nur 56.000 Einwohnern ein nicht zu unterschätzendes Problem ist. Der eine Ansatz ist eine kommerzielle Lösung (oder zumindest das Versprechen, eine solche zu finden). Ich möchte diesen Ansatz nicht generell verteufeln, aber in diesem Fall ist es ein Weg, der in die Irre führt. Eine kommerzielle Lösung für diesen Wanderweg würde dazu führen, die Zahl der Wanderer im Interesse der Gewinnmaximierung künstlich zu erhöhen. Und das würde, so oder so, zu einer Zerstörung des Wanderweges unter den Bedingungen der arktischen Umwelt führen.

Den Weg erhalten - eine ordnungspolitische Lösung?

Ein anderer Ansatz, ich möchte das die "Law-and-Order"-Methode nennen, stützt sich auf ordnungspolitische Maßnahmen. Von solchen Modellen hatte auch Sabine aus Island, Kanada und Alaska berichtet. Da wird ein Schutzgebiet deklariert. Es werden Zugangsbeschränkungen erlassen, oft im wörtlichen Sinne mit einer Schranke an jedem Ende des Weges durch das Schutzgebiet, es werden Ranger eingestellt, die die Einhaltung der Schutzbestimmungen überwachen, bei Regelwidrigkeiten Sanktionen erlassen und, wenn nötig, die Zahl der Wanderer auf eine verträgliche Zahl reduzieren. Und schließlich kann auch eine Gebühr erhoben werden, mit der das alles - wenigstens teilweise - finanziert wird. Das mag in vielen Gegenden funktioneren, z.B. auf dem Kungsleden in Schweden, wo die Bevölkerung ein gewisses Maß an Bürgerdisziplin gewohnt ist. Für die Polar-Route in Grönland aber halte ich das nicht für eine realistische Lösung.
Wie wollte man Einheimischen in Grönland sagen, dass sie um eine Genehmigung nachsuchen müssten, wenn sie die Polar-Route benutzen oder überqueren wollen. Die Polizei kann schon jetzt die illegale Benutzung von "ATVs" (= Abkürzung für "All Terrain Vehicle", Geländefahrzeuge, in Deutschland auch "Quad" genannt) nicht verhindern. Und was die Finanzierung durch Gebühren betrifft: Eine Gebühr in vertretbarer Höhe würde nicht im Entferntesten ausreichen, die Gehälter der Ranger, die sie erheben sollen, zu finanzieren.

Den Weg erhalten - durch die Wanderer selbst!

So kam ich bei meinem Zwangsaufenthalt in Sisimiut im Sommer 2011 auf die Idee eines dritten Ansatzes, nämlich den Erhalt des Wanderweges oder wenigstens die Unterstützung seines Erhalts durch bürgerschaftliches Engagement der Wanderer selbst. Da ich in Sisimiut Zeit hatte, besprach ich die Pläne auch mit dem Vize-Gemeindedirektor Laus Løgstrup. Er fand die Pläne gut.
Dann habe ich mich gefragt, wie willst du zu Hause in Berlin Menschen finden, die sich für diese Idee begeistern lassen, um beispielsweise als Träger solcher Aktivitäten einen Förderverein zu gründen. Das geht nicht, sagte ich mir, du kannst eine solche Initiative nur hier starten, wenn du deine Tour zwischen Kangerlussuaq und Sisimiut machst. So entwarf ich in der Jugendherberge den Satzungstext für einen Förderverein auf dem Computer, der dort für den Internetzugang stand. Die dänischen Umlaute wie ø, Ø, æ oder Æ habe ich mit "replace" durch ö, Ö, ä und Ä ersetzt, den Text auf einem Stick abgespeichert und dann in der öffentlichen Bibliothek ausdrucken lassen. Damit im Rucksack bin ich dann, als mein Fußgelenk wieder o.k. war, nach Kangerlussuaq gelaufen.
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